Das Hanglexikon
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Das Hanglexikon bietet kurze Erklärungen zu alphabetisch geordneten Stichworten, die im Zusammenhang mit dem Hang verwendet werden.
Ding
Der mittig angeordnete Kuppelton auf der Oberseite des Hang. Dies ist der tiefste Ton des Instruments. Er korrespondiert mit der Helmholtz Resonanz der Luft im Hohlraum des Hang. Der Ton des Ding wird durch Anschlagen der Kuppel oder des abgeflachten Bereichs um die Kuppel angeregt. Die obere Halbschale des Hang wird auch als Dingseite bezeichnet.
Bei den Instrumenten der ersten Generation war der Ding auf einen Ton zwischen Eb3 und Bb3 gestimmt (bei den frühen Instrumenten meistens A3 und G3, beim Low Hang im Jahr 2005 überwiegend F3). Mit zunehmender Erfahrung gelang es den Hangbauern den Grundton des Hang immer tiefer anzusetzen. Die meisten Instrumente der zweiten Generation haben einen auf D3 gestimmten Ding. Während bei den Hanghang der ersten Generation der Ding glänzend poliert war, ist er bei den Instrumenten der Jahre 2006 und 2007 wie die gesamte Oberfläche mit einer eingebrannten Messingbeschichtung überzogen.
Der Ding des Integralen Hang (2008) ist ebenfalls auf D3 gestimmt, unterscheidet sich aber durch seine neue Form: Eine kleinere Kuppel in der Kuppel. Sie ist messinggebürstet und einbrennlackiert und hat eine rauhere Oberfläche als bei den Instrumenten der ersten und zweiten Generation. Der Rand des abgeflachten Bereichs um die Kuppel hat keine Kante, sondern einen weichen Übergang zur gewölbten Schale der Dingseite. 
Du
Siehe Gudu Hang. 
Dum
Ein von PANArt angebotener gedrechselter Trichter aus Birnenholz. Er kann in die Gu-Öffnung der Hanghang der ersten oder zweiten Generation eingesetzt werden und senkt die Helmholtz-Resonanz durch Verengung und Verlängerung des Gu-Halses um eine Quinte ab. 
Entwicklungsstufen
Das folgende Schaubild zeigt einen Überblick über die Entwicklungsstufen des Hang von 2000 bis 2010. Für weitergehende Informationen klicke auf die einzelnen Elemente der Grafik. Drei dieser Entwicklungsstufen werden in einem Video demonstriert.

Erste Generation
Eine Bezeichnung, die oft für die Hanghang verwendet wird, die von 2001 bis 2005 gebaut wurden. Sie geht auf eine Formulierung der Hangbauer zurück, die bei der Vorstellung der Weiterentwicklung des Hang im Frühjahr 2006 von einer “neuen Generation” des Hang sprachen. Innerhalb der ersten Generation ist zwischen den Instrumenten der Jahre 2001 bis 2004 und dem Low Hang (2005) zu unterscheiden. (Mehr…) 
Freies Integrales Hang
Im November 2009 kündigte PANArt das Freie Integrale Hang an, das ab April 2010 weitergegeben wird. Seine Gestaltung wurde auf das Wesentliche reduziert: Es hat keinen Messingring mehr und der Ding ist im Unterschied zum Integralen Hang nicht mehr mit Messing gebürstet und einbrennlackiert. Dafür hat er aus klanglichen Gründen eine Dreierkuppel erhalten. Der wichtigste Unterschied zu allen Vorgängermodellen ist jedoch, dass Felix Rohner und Sabina Schärer beim Freien Integralen Hang die Verwendung von technischen Stimmgeräten hinter sich gelassen haben. Sie vertrauen beim Stimmen nun ganz auf ihr Gehör und ihre innere Resonanz. Die Frequenz des Ding ist daher nicht mehr absout festgelegt, sondern variiert um den Ton D3 herum. Relativ zum Ding entspricht die Skala der Töne im Tonkreis derjenigen des Integralen Hang.
Mit den Freien Integralen Hanghang baut PANArt individuelle Skulpturen, deren klangliche Fülle “nicht nach weiteren Instrumenten ruft”, wie die Hangbauer in ihrem Brief vom Hangbauhaus November 2009 ausführen. In diesem Text machen sie auch deutlich, dass sie mit ihrer Arbeit nicht auf die Bedürfnisse von Perkussionisten und professionellen Musikern zu zielen: “Unsre Arbeit ist nicht auf musikalische Normen ausgerichtet, welche Studium, Übung und Leistung fordern. Hangspiel kann zu einer Form der Freiheit führen, die sich jedem Druck und jeder Nötigung widersetzt. Individuen, die sich dessen bewußt sind, werden durch das Hangspiel gestärkt. Gedankenloser Gebrauch kann hingegen schwächen.” Dieses Verständnis ist auch der Hintergrund für die neue Bezeichnung Freies Integrales Hang. 
Gu
Die runde Resonanzöffnung in der Mitte der unteren Halbschale des Hang. Die Unterseite des Hang wird daher auch Gu-Seite genannt. Der Gu bildet zusammen mit dem Luftvolumen im Korpus des Hang einen Helmholtz Resonator, dessen Frequenz sich mit einem Schlag der flachen Hand auf die Öffnung des Gu anregen lässt.

Bei den Instrumenten der ersten Generation ist der Hals des Gu poliert, bei den Hanghang der zweiten Generation nicht. Der Gu des integralen Hang (2008) ist leicht ovaloid. Seit 2007 wird der Gu-Ring gestimmt: Zwei nahe beieinander liegende Töne, F5 und F#5, verleihen dem Klang einen schwirrenden Charakter.
Gudu Hang
Diese Version des Hang hat neben dem Gu eine zweite Öffnung (Du) auf der Unterseite, mit der sich Udu-ähnliche Effekte erzeugen lassen. Wird die Du-Öffnung nicht verwendet, lässt sie sich mit einer flexiblen magnetischen Scheibe abdecken. Das Gudu Hang wurde von 2004 bis 2007 gebaut. 

Hang
Der Name des Instruments weist auf seine Spielweise mit den Händen hin: Hang bedeutet im Berndeutschen Hand. Die Bezeichnung Hang ist eine international registrierte Wortmarke und Eigentum der PANArt Hangbau AG. Sie darf nicht für andere Musikinstrumente oder Dienstleistungen wie Veranstaltungen, Publikationen u. a. verwendet werden (siehe Datenbanken CTM-ONLINE, Trade mark No. 969295 oder TESS). 
Hangbauhaus
So bezeichnen die Hangbauer ihre am Steilhang der Aare gelegene Werkstatt. Hier sind auch Gästeräume vorhanden, in denen von weit her angereiste Hanginteressenten übernachten können. 
Hang Drum
Diese Bezeichnung für das Hang wurde 2002 vom damaligen US-amerikanischen Verteiler des Hang verwendet, um den Vertrieb der Instrumente zu fördern. Da die Kombination von Hang mit einem weiteren Wort deutliche Vorteile für das Auffinden von Informationen mit Internetsuchmaschinen hat, fand diese Bezeichnung auch im Internet weite Verbreitung. Die Hangbauer haben diesen Namen nie gebraucht und sehen ihn äußerst skeptisch, da er den Eigenschaften und Möglichkeiten des Hang und des Hangspiels nicht gerecht wird. “Die Umbenennung in Hang Drum war … fatal”, schrieben Felix Rohner und Sabina Schärer in ihrem Brief vom Hangbauhaus 2009. “Es löste eine Welle von Missverständnissen aus. Die Folgen davon sind Schäden an den Instrumenten, körperliche Schäden, sowie geistige und emotionale Störungen.” Schon 2007 hatten sie an einige Internetautoren appelliert die Bezeichnung Hang Drum nicht länger zu verwenden. 
Hanghang
Diese Reduplikation verwenden die Hangbauer als Pluralform von Hang: Ein Hang, mehrere Hanghang. 
Hanghaus
Ein Holzhaus direkt am Ufer der Aare, das PANArt früher als Werkstatt diente, heute aber ausschließlich als Präsentationsraum für die fertigen Hanghang gebraucht wird, wo sich Interessenten in aller Ruhe ihr Instrument aussuchen können. 
Helmholtz Resonanz
Der Hohlraum des Hang bildet zusammen mit dem Gu einen Helmholtz-Resonator. Die Frequenz, mit der die Luft in diesem System schwingt, wird zum einen durch das Luftvolumen im Innern des Hang und zum anderen durch Durchmesser und Länge des Halses des Gu bestimmt. Im unbeeinflussten Zustand ist dieser Basston ein F2 und resoniert mit dem Ding, wenn dieser auf F3 gestimmt ist. Das gibt dem Hangklang ein dunkles Fundament und eine starke harmonische Resonanz des ganzen Korpus. Auch bei Hanghang mit einem Ding zwischen F3 und D3 lässt sich der Basston in Resonanz mit dem Ding bringen. Wird das Hang waagerecht auf dem Schoß gehalten, wird der Basston durch Verkleinerung des Beinwinkels so weit abgesenkt, bis er genau eine Oktave unterhalb des Ding erklingt. Bei senkrechter Haltung des Hang erreicht man dasselbe durch teilweises Abdecken des Gu mit einer Hand. Die Helmholtz-Resonanz kann durch einen gedämpften Schlag auf den Ding, mit der flachen Hand am Gu oder mit der Handwurzel im Bereich zwischen dem Ding-Plateau und den Tonfeldern angeregt werden. 
Hohe Stimme (high voice)
Siehe Tiefe Stimme (low voice). 
Integrales Hang
Im Februar 2008 stellte PANArt eine Weiterentwicklung des Hang der zweiten Generation vor: Das Integrale Hang. Diese Instrumente haben abgesehen vom Ding keine Beschichtung aus eingebürstetem und eingebranntem Messing mehr. Statt dessen entsteht im Brennofen eine kontrollierte Oxidschicht, die kleinste Verletzungen der Oberfläche verschließt. In die Dingkuppel ist eine “Kuppel in der Kuppel” eingestanzt. Die Unterseite und die Gu-Öffnung des Integralen Hang haben eine sehr leicht ovale Form. Die diagonale Positionierung der Tonfelder im Tonkreis und der Messingring an der Verbindungsnaht der beiden Halbschalen wurden beibehalten. Mit dem Integralen Hang brachten die Hangbauer einen Entwicklungsprozess zu Ende, bei dem sie in den letzten Jahren die Zahl der angebotenen Klangmodelle immer weiter reduzierten zugunsten von Tonskalen, die sich besonders gut in die Klangskulptur des Hang einfügen. Beim Integralen Hang gibt es nur noch ein einziges Klangmodell: Ein Ding in D3 kombiniert mit den sieben Tönen A3, Bb3, C4, D4, E4, F4, und A4 im Tonkreis. Das Integrale Hang wurde in den Jahren 2008 und 2009 gebaut. Sein Nachfolger ist das Freie Integrale Hang. 
Klangmodelle
Weil die mögliche Zahl der Tonfelder im Tonring des Hang begrenzt ist, ergab sich für die Tuner von PANArt die Notwendigkeit, die Orientierung an der chromatischen Skala des traditionellen Steelpans hinter sich zu lassen und neue Wege zu beschreiten. Sie wählten einen ethnomusikalischen Ansatz und verwendeten viele verschiedene Tonskalen aus unterschiedlichen Musikkulturen für die Stimmung des Hang. Da für die musikalischen Möglichkeiten eines Hang nicht nur die Tonskala bestimmend ist, wählten sie zur Bezeichnung der Hang-Stimmung den Ausdruck Klangmodell. Ein Klangmodell wird definiert durch die Frequenz des Ding, die Zahl der Tonfelder im Tonring und die eingestimmte Tonskala.
In den ersten Jahren wurden 30 verschiedene Klangmodelle angeboten. Alle hatten acht Töne im Tonring. Je 14 dieser Klangmodelle hatten einen auf A3 bzw. G3 gestimmten Ding, zwei einen F3-Ding. Im Jahr 2004 wurde das Angebot auf 45 Klangmodelle erhöht und einige der bestehenden modifiziert. Die Stimmung des Ding verschob sich dabei hin zu den tieferen Tönen (1 x Bb3, 13 x A3, 19 x G3, 12 x F3).
Im Jahr 2005 wurde das Angebot der Klangmodelle komplett umgestellt. Für das Low Hang wurden 14 Klangmodelle mit acht Tönen im Tonkreis (hohe Stimme) sowie 13 Klangmodelle in einer tieferen Stimmlage mit sieben Tönen im Tonkreis (tiefer Stimme) angeboten, alle mit einem F3-Ding. Die älteren Klangmodelle oder solche nach individuellen Vorgaben waren auf Anfrage weiterhin erhältlich. Es wurden auch Low Hanghang mit Ding in E3 und Eb3 gebaut.
Bei der zweiten Generation des Hang im Jahr 2006 wählten die Hangbauer eine neue musikalische Konzeption. Ausgehend von der Helmholtz Resonanz des Korpus, die mit einer geeigneten Beinstellung oder mit der Hand am Gu auf D2 abgesenkt werden kann, schufen sie einen Klangraum, der einen D3-Ding, A3 als tiefsten Ton im Tonring und die Oktaven dieser beiden Töne, D4 und A4 als weitere Töne umfasst. Alle Hanghang der zweiten Generation basierten auf dieser Grundstruktur. Die übrigen Töne wählten die Tuner bei jedem Instrument nach eigenem künstlerischen Ermessen und bevorzugten dabei ganz überwiegend Klangmodelle mit sieben Tönen im Tonkreis.
Weil sich bestimmte Tonskalen besser in den Gesamtklang einfügen als andere, nahm die Zahl der angebotenen Klangmodelle im Jahr 2007 deutlich ab. Für das Integrale Hang (2008) beschränkten sich die Hangbauer schließlich auf eine einzige Skala: Zu einem D3-Ding wählten sie für den Tonkreis die sieben Töne A3, Bb3, C4, D4, E5, F4 und A4. Andere Klangmodelle werden nicht mehr angeboten. (Mehr…) 
Korrosionsschutz
Schon beim Nitrieren der Stahlblechrohformen des Hang entsteht eine Oberfläche, die zum Korrosionsschutz beiträgt. Seit dem Integralen Hang wird außerdem im Brennofen eine kontrollierte Oxidschicht erzeugt, die kleinste Verletzungen der Oberfläche verschließt. Nach dem Zusammenkleben der beiden Halbschalen wird Biofa Universallack transparent seidenmatt 2051 auf die Hangoberfläche aufgebracht. Als abschließender Schritt wurde früher eine dünne Schicht aus Biofa Universal Hartöl 2044 mit einem Tuch aufgetragen. Seit 2009 verwendet PANArt statt des Hartöls ein neues Reinigung- und Korrosionsschutzmittel der Firma IRMCO auf Basis von Biopolymeren.
Es ist sinnvoll, die Hartölschicht in größeren Zeitabständen (> 1-2 Jahre) aufzufrischen. Dies sollte jedoch nicht zu häufig geschehen, weil sich sonst ein zu dicker klebriger Belag bildet. Alternativ kann die Hartölschicht mit dem neuen Hang-Reinigungsspray entfernt und durch dieses ersetzt werden. Das neue Mittel wird bei täglichem Spiel und normalem Klima etwa alle drei Monate angewendet, bei feuchtem Klima etwa alle zwei Wochen. Mehr… 
Low Hang
So werden die Hanghang des Jahres 2005 genannt (nicht zu verwechseln mit low voice). Sie gleichen in Aussehen und Bauart den Instrumenten der ersten Generation aus den Jahren 2001 bis 2004. Das Interesse an tieferen Klängen führte jedoch zur Weiterentwicklung des Tuningverfahrens. Durch mehrmaliges Erhitzen im Ofen konnte die innere Spannung größerer Tonfelder besser kontrolliert werden. Das Ergebnis war eine Verbesserung des Klangs und eine Erhöhung der Stabilität der Stimmung. Neben den Klangmodellen mit acht Tönen im Tonkreis wurde das Low Hang auch in einer tieferen Stimmlage mit sieben Tönen im Tonkreis gebaut. 
Messing
Das Hang der zweiten Generation hat eine Beschichtung aus Messing. Sie wurde zunächst mit einer Messingbürste aufgebürstet und anschließend im Brennofen eingebrannt. Beim Integralen Hang wurde die Beschichtung der gesamten Oberfläche wieder aufgegeben. Nur die Ding-Kuppel des Integralen Hang weist eine Messingbeschichtung auf. Kennzeichen aller seit 2006 gebauten Instrumente ist außerdem der Messingring um die Naht, an der die beiden Halbschalen des Hang zusammengeklebt sind. 

Nitrieren
Siehe Pang. 
Obertöne
In jedes Tonfeld und in den Ding eines Hang sind neben der Grundfrequenz auch der 1. und 2. Oberton, die Oktave und die Duodezime eingestimmt (die Duodezimen werden auch Quintenobertöne genannt, weil sie eine Quinte oberhalb der Oktave liegen).
Im Unterschied zum Steelpan, bei dem die Oktave betont wird, haben die Tonfelder des Hang besonders ausgeprägte Duodezimen. Durch Anschlagen des Randes eines Tonfeldes an seiner kürzeren Seite lässt sich die Oktave hervorheben, an der längeren Seite kann die Duodezime verstärkt angeregt werden. Konzentriert man sich beim Hören auf die Obertöne, lassen sie sich nicht nur als Bestandteil der Klangfarbe des Hang, sondern als ein eigenständiges Spiel von Tönen wahrnehmen, das – ähnlich wie bei vielen asiatischen Saiteninstrumenten – oberhalb des Hangklangs zu schweben scheint. (Mehr…) 
PANArt Hangbau AG
Dies ist die Firma der Hangbauer Felix Rohner und Sabina Schärer. Sie hieß zunächst Panart Steelpan-Manufaktur AG. Nachdem die Hangbauer sich völlig auf die Herstellung und Weiterentwicklung des Hang spezialisiert hatten, wurde sie Ende 2003 in PANArt Hangbau AG umbenannt. Laut Schweizer Handelsregister sind Zweck des Unternehmens: “Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Musikinstrumenten, deren Zubehör und von Klangskulpturen sowie weiteren Aktivitäten zur Förderung neuer Musikformen”. Die Bezeichnung “AG” sollte nicht dazu verleiten, PANArt für ein größeres Unternehmen zu halten. Die Werkstatt, in der die Hanghang entstehen, wird nur von den zwei Hangbauern betrieben. 
Pang
Ausgangsmaterial für den Bau des Hang sind tiefgezogene Stahlblechrohformen, die anschließend einem Gasnitrieren genannten Härtungsverfahren unterzogen werden: In einem Brennofen diffundiert bei 500-600°C unter Ammoniakatmosphäre Stickstoff in das Blech. Dadurch entsteht ein Material mit einer sehr harten Stickstoffnadelstruktur im relativ weichen Eisengefüge, das die Hangbauer Pang nennen. Es ist das Ergebnis langjähriger Forschung am Blech für den Steelpanbau, die PANArt seit den 1990er Jahren unternahm. Ziel war es, die Stimmhaltung der Instrumente zu verbessern und ihre Klangdynamik zu verändern. Um die Eigenschaften des Pang-Blechs zu studieren baute PANArt neben Steelpans auch andere Instrumente wie Gongs, Glocken und Becken aus diesem Material nach. So entstand das Pang-Instrumentarium, dessen jüngstes Mitglied das Hang wurde. Hier zeigten die akustischen Eigenschaften des Pang-Blechs seine besondere Eignung für das Spiel mit den Händen. 
Pantam
Der Hangspieler Ziv Yehezkel, der bis 2005 Hang-Distributor in Israel war, gab dem Hang aufgrund von Ausspracheschwierigkeiten in Israel den Namen Pantam. Die Bezeichnung wird gelegentlich noch von israelischen Hangspielern verwendet, ist jedoch heute insgesamt nur noch selten anzutreffen. 
Seriennummer
Jedes Hang hat eine individuelle Seriennummer. Bei den Instrumenten der ersten Generation befand sie sich auf einem weißen Zettel, der im Innenraum aufgeklebt und durch die Gu-Öffnung sichtbar war. Er enthielt außerdem den Namen des Klangmodells und die Unterschrift von Sabina Schärer bzw. Felix Rohner. Die Nummern umfassten den Bereich von 1 bis 4300.

Die Seriennummern der Hanghang der zweiten Generation sind am Rand des Gu eingraviert. Sie haben ein vorangestelltes “N.” und reichen von N. 0001 bis N. 0826. Beim Integralen Hang werden die Seriennummern am Rand der Unterseite des Hang unterhalb von Signatur und Herstellungsdatum eingraviert. Sie beginnen wieder bei 1 und haben ein vorangestelltes “H” (z. B. “H45″). 
Signatur
Die Hanghang der ersten Generation wurden handschriftlich auf einem Aufkleber im Inneren des Hang signiert, auf dem auch die Seriennummer und das Klangmodell des Instruments eingetragen war. Die Instrumente der zweiten Generation haben eine eingravierte Signatur am Rand der Unterseite des Hang unterhalb eines PANArt-Logos (”Rohner Schärer” oder “Schärer Rohner”). Beim Integralen Hang wird an dieser Stelle auch das Herstellungsdatum und die Seriennummer eingraviert. Die Schreibweise der Unterschriften wurde verändert (”Sabina Schärer” und “F. Rohner”). 
Sonneneinstrahlung
Direkte Sonneneinstrahlung auf das Hang bei unbewölktem Himmel bewirkt insbesondere im Bereich des Ding eine starke Aufheizung des Stahlblechs. Dies führt zu einer vorübergehenden Verstimmung und zur Dämpfung des Klanges, die sich nach Abkühlung des Instruments wieder zurückbilden. 
Stimmhaltung
Das Hang hat eine gute Stimmhaltung und muss nicht regelmäßig nachgestimmt werden. Die seit 2006 gebauten Hanghang (zweite Generation und Integrales Hang) sind im Vergleich zu den älteren Instrumenten noch unanfälliger gegen Verstimmung. Fällt ein Hang zu Boden, wird es hart gestoßen oder zu unvorsichtig mit Schlägeln bearbeitet, können Tonfelder verstimmt werden. Eine Wiederherstellung der Stimmung ist problemlos möglich, es sei denn, die Beschädigung ist zu stark. Beim Nachstimmen werden nicht nur der Grundton, sondern auch die Obertöne der betroffenen Tonfelder wieder auf die richtigen Frequenzen eingestellt. Dazu kann man das Instrument ins Hangbauhaus bringen oder es PANArt zusenden. Die Stimmung erfolgt mit einem kleinen Hammer sowohl von außen als auch von innen durch die Gu-Öffnung. Auf keinen Fall dürfen die beiden Halbschalen eines Hang zum Stimmen auseinandergenommen werden. 
Tiefe Stimme (low voice)
Von 2001 bis 2004 hatten alle von PANArt angebotenen Hanghang acht Töne im Tonkreis. Der Ding lag meistens eine Quarte oder Quinte unter dem tiefsten Ton des Tonkreises. Das neue Tuningverfahren des Low Hang ermöglichte es im Jahr 2005, zusätzlich auch Klangmodelle in einer tieferen Stimmlage mit nur sieben Tönen im Tonkreis zu bauen. Bei diesen Klangmodellen lag der Ding nur eine Sekunde oder Terz unter dem tiefsten Ton des Tonkreises und wurde so zum ersten Ton der Tonskala. In Unterscheidung zu dieser tiefen Stimme (low voice) wurden die Klangmodelle mit acht Tönen nun hohe Stimme (high voice) genannt. Die Instrumente der zweiten Generation wurden zwar auch überwiegend mit sieben Tönen im Tonkreis gebaut, ihren Klangmodellen liegt aber ein anderes Konzept als der tiefen Stimme des Jahres 2005 zugrunde: Unabhängig von der Zahl der Töne im Tonkreis ist der Ding (D3) eine Quarte tiefer als der tiefste Ton im Tonkreis (A3). 
Tonkreis (Tonring)
Um den zentralen Kuppelton Ding befindet sich ein Tonkreis aus “Zonen harmonischer Ordnung”, wie die Tonfelder in der Hangbroschüre 2008 (S. 16) genannt werden. Bis 2004 hatten alle Hanghang acht Tonfelder im Tonkreis. Beim Low Hang des Jahres 2005 wurde zwischen hoher Stimme mit acht und tiefer Stimme mit sieben Tönen im Tonkreis unterschieden. Die Mehrheit der Instrumente der zweiten Generation, das Integrale Hang und das Freie Integrale Hang haben sieben Tonfelder im Tonkreis.
Bei den Instrumenten der ersten Generation (bis 2005) und den Hanghang der zweiten Generation aus dem Jahr 2006 sind die ovalen Tonfelder radial ausgerichtet. Seit 2007 werden sie um 45° zum Radius des Hang gedreht angeordnet. Die veränderte Position verbessert die Abstrahlung der Töne und ergibt einen klareren Klang.
Die Abbildungen zeigen die Reihenfolge der Töne vom tiefsten (Nr.1) bis zum höchsten Ton (Nr. 7 bzw. Nr. 8 ) der Tonskala. Weil bei den Hanghang mit tiefer Stimme der Ding der erste Ton der Skala ist, beginnt hier die Zählung der Tonfelder beim Ding (Nr. 1).

Tonskalen
Siehe Klangmodelle. 
Tuning
Im Zusammenhang mit der Steelpan oder dem Hang hat der Ausdruck Tuning eine erweiterte Bedeutung. Zum einen meint er das Stimmen verstimmter Instrumente. In erster Linie ist er jedoch ein Synonym für das Einhämmern der Töne in das Stahlblech bei der Herstellung des Instruments. Ausführliche Informationen über das Tuning des Hang befinden sich in History, Developement and Tuning of the HANG von Felix Rohner und Sabina Schärer. 
Vertrieb
Ab 2001 baute PANArt ein internationales Händlernetz auf, das im Jahr 2005 jeweils einen Verteiler in Australien, Deutschland, England, Frankreich, Israel, Italien, Japan, Kanada, den Niederlanden, Österreich, Schweden, Spanien und den USA sowie mehrere Läden in der Schweiz umfasste. Aufgrund der nicht mehr zu bewältigenden Nachfragesteigerung wurde der Vertrieb über dieses Händlernetz Anfang 2006 eingestellt. Seitdem werden Hanghang nur noch direkt von PANArt verkauft. In den Jahren 2006 und 2007 mussten sich Kaufinteressenten vorher schriftlich anmelden um einen Besuchstermin im Hangbauhaus in Bern zu erhalten. Seit der Vorstellung des Integralen Hang im Februar 2008 werden die Instrumente auf Wunsch auch wieder versandt. Eine vorherige schriftliche Anmeldung mit längerer Wartezeit ist aufgrund der hohen Nachfrage aber weiterhin unbedingt erforderlich. (Mehr…) 
www.hang.ch
Nachdem die Hangbauer sich ganz auf Entwicklung und Herstellung des Hang konzentriert hatten, schlossen sie im Frühjahr 2002 die bis dahin betriebene Website www.panart.ch, die Informationen zur Steelpan-Entwicklung und den vorher angebotenen Instrumenten der Pang-Familie enthalten hatte. Statt dessen wurde eine neue Website unter der Domain www.hang.ch eröffnet, die über das Hang, die angebotenen Klangmodelle und die Hang Distributoren in verschiedenen Ländern informierte. Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Hang der zweiten Generation und der Kündigung des Händlernetzes im Winter 2005/2006 wurde entschieden, das Hang auch nicht mehr über das Internet anzubieten. Es wurden alle Informationen bis auf die Kontaktdaten der PANArt von der Website gelöscht. Im Sommer 2006 wurde sie vollständig geschlossen. 
Zweite Generation (neue Generation)
Eine Bezeichnung, die in Abgrenzung zur ersten Generation des Hang für die Instrumente verwendet wird, die in den Jahren 2006 und 2007 gebaut wurden. Sie geht auf eine Formulierung der Hangbauer zurück, die bei der Vorstellung der Weiterentwicklung des Hang im Frühjahr 2006 von einer “neuen Generation” des Hang sprachen. Bei diesen Instrumenten hat die Oberfläche beider Halbschalen eine Beschichtung aus eingebranntem Messing. Die Naht, an der die beiden Halbschalen zusammengeklebt sind, ist mit einem Messingring eingefasst. Außerdem wählten die Hangbauer eine neue musikalische Konzeption für die Klangmodelle. Die meisten Hanghang der neuen Generation wurden mit sieben Tönen im Tonring hergestellt. Bei den Instrumenten des Jahres 2007 sind die Tonfelder im Tonkreis um 45° zum Radius des Hang gedreht angeordnet. Der Nachfolger des Hang der zweiten Generation ist das Integrale Hang. (Mehr…) 
Updated: March 5th, 2010


